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  • Die 11. Ausgabe von »achtung berlin« hat Freude gemacht

    By Dorothea Holloway | April 24, 2015

    Den beiden Erfindern und Festivalleitern Hajo Schäfer und Sebastian Brose gilt unser herzlicher Dank und ein Bravo! dazu. Weiter so!

    Der Preis der Ökumenischen Jury, dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet vom X Verleih geht an
    Müdigkeitsgesellschaft – Byung-Chul Han in Seoul/Berlin, Regie: Isabella Gresser.

    Die Begründung der Ökumenischen Jury:

    Der Dokumentarfilm MÜDIGKEITSGESELLSCHAFT widmet sich dem Denken und Leben des Philosophen Byung Chul Han. Wir begleiten seine winterliche Reise von Berlin nach Korea, die er selbst in ruhigem “voice over” kommentiert. Die koreanische Gesellschaft erweist sich als “Müdigkeitsgesellschaft” im fortgeschrittenen Stadium. Freiheit verkehrt sich in von digitalen Medien bestimmten Zusammenhängen in ihr Gegenteil. Der Zwang zur stängigen Produktion und Verarbeitung von Information treibt die Selbstausbeutung der Menschen in immer neue Höhen. Die Kehrseite ist unsere freiwillige Auslieferung an den neoliberalen Kapitalismus. Als Symptom sieht Han den exzessiven Gebrauch des Smartphones. Erschöpfungskrankeiten und Suizidalität sind die Folge nicht nur in Korea. Weltweit ist die Reiz- und Informationsüberflutung zu einer Bedrohung analogen Lebens geworden. In kontemplativen Momenten des mühelosen Wanderns, der Erfahrung der Leere, ja der Müdigkeit selbst, kann sich eine neue Sicht auf unsere heutige Welt auftun. Hier eröffnet der Film die förmlich spirituelle Vision einer Alternativgesellschaft. In seinem Schlussbild nimmt der Film das Tempelhofer Feld als leeren, zum Flanieren und Spielen (homo ludens) einladenden Ort in den Blick. Für Han wird er zum Vorhof eines asiatischen Tempels. Der Film ist in seinen filmischen Mitteln sehr gut durchkomponiert. Für diese hervorragende filmische Präsentation eines komplexen philosophischen Diskurses, der um dringliche Themen unserer Zeit kreist, und den beeindruckenden Einsatz von Kamera, Schnitt und Ton geht der Preis der Ökumenischen Jury an die Regisseurin Isabella Gresser, die MÜDIGKEITSGESELLSCHAFT in mehreren Jahren erarbeitet hat.

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    Ökumenische Jury: Das Leben ist ein Gespräch

    By Dorothea Holloway | April 22, 2015

    Mit meinem Schauspielkollegen Roland Avenard, mit Pater Georg Maria Roers SJ, mit Pfarrer Roland Wicher hatte ich gestern Abend ein schönes Gespräch und ohne Umschweife waren wir uns einig, Isabella Gresser geben wir für ihren großartigen Dokumentarfilm Müdigkeitsgesellschaft unseren Preis der Ökumenischen Jury von Achtung berlin 2015.

    Isabella Gresser hat Berlin so stimmig ins Bild gebracht, – “Film ist BIld”, habe ich von Ron gelernt, – und dann ebenso stimmig Seoul mit der Kamera beschrieben, daß mir beide Städte zu “Schwester-Städten” wurden. In beiden gibt es eine eigenartige “Society der Tiredness”.

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    11. achtung berlin – new berlin film award

    By Dorothea Holloway | April 20, 2015

    achtung berlin (15. bis 22. April 2015) ist das Filmfestival für neues deutsches Kino aus Berlin und Brandenburg. Und das stimmt!

    Diesen Sonntag, den am 19. April, sah ich von Isabella Gresser – Buch, Regie, Kamera, Schnitt, Produzentin – Müdigkeitsgesellschaft, einen hervorragenden Dokumentarfilm (61 Minuten), der zum Teil Berlin und zum Teil Seoul zeigt. In Tiredness Society spielt der Berliner Philosoph Byung-Chul Han nicht nur als Sprecher eine wichtige Rolle.

    Im Jahre 2011 schrieb ich in KINO – German Film No: 100:

    The Kino International was fit to bursting at the opening of this yeas’s Achtung Berlin Festival in April with a great atmosphere and loads of young people! In April 2015 the festival Kino Babylon was fit to bursting when on April 18. I saw from Maik Reichert the convincing doc Foto: Ostkreuz about the most famous photo agency in Germany.

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    Elser – Deutscher Widerstand

    By Dorothea Holloway | April 9, 2015

    Präziser und unaufgeregter hätten Regisseur Oliver Hirschbiegel und Christian Friedel – als Georg Elser – das tragische Schicksal des Tischlergesellen nicht erzählen können, der im November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller, wo Hitler sprechen wird, eine Bombe deponierte.

    Hitler verließ den Bräukeller etwa 10 Minuten bevor die Bombe zündete. Elser ist ein wichtiger, bewegender Film mit großartigen Darstellern. Um nur zwei zu nennen: Katharina Schüttler und Burghard Klaußner; an der Kamera Judith Kaufmann, die Ron sehr schätzte.

    Auch von Klaus Maria Brandauer gibt es einen Film über die Tat des Georg Elser; den würde ich jetzt gerne mal sehen.

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    »Franziskas Welt – Hochzeiten und andere Hürden«. Melodrama im ZDF

    By Dorothea Holloway | April 7, 2015

    Es ist der erste Film, den ich mit Christine Neubauer als Pastorin Franziska Kemper sehe. Ich gehöre zu den überzeugten “Neubauer-Fans” und kann mir für die diffizile Rolle der geschiedenen Pastorin keine andere Verkörperung vorstellen.

    Das Buch, von zwei Frauen geschrieben – Katrin Ammon, Astrid Ströher – ist auch nicht einfach! Pastorin Kemper muß ausgerechnet ihren Exmann mit seiner neuen Frau trauen. Wie schwer ihr das fällt, und es gelingt ihr dennoch ohne Peinlichkeit, das bringt so überzeugend nur Christine Neubauer fertig. In den knapp 90 Minuten Film gibt es noch einige nicht leicht spielbare Szenen und werden von fabelhaften Darstellern auf die Leinwand gebracht. Wie zum Beispiel der an Demenz leidende Paul (Peter Prager) der seine neue Liebe heiraten will, obwohl er mit Frau Karin schon lange verheiratet ist. Und wie Michaela May diese Frau Karin so subtil zu gestalten weiß, ist einfach zu bewundern. Jetzt bewundere ich einfach mal Bruno Grass, der bei Franziskas Welt Regie geführt hat. Die Besetzung ist erster Klasse. Produktion: Ziegler Film GmbH Co. KG, Berlin.

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    Film im »Film-Kultur-Cafe«

    By Dorothea Holloway | April 3, 2015

    Am 1. April war das Film-Kultur-Cafe Lankwitz gut besucht, als der Schweizer Film Höhenfeuer (1985) von Fredi M. Murer gezeigt wurde.

    Eine Umfrage des Film-Magazins Frame hatte ergeben, dass der beste Schweizer Film aller Zeiten Höhenfeuer (Alpine Fire) sei. Ron Holloway schrieb in KINO – German Film No: 20 (Autumn 1985):

    Fredi M. Murer’s Höhenfeuer won at the Locarno International Film Festival just about every major award: Golden Leopard, Ecumenical Prize, Youth Prize, Swiss Nomination for Oscar […] Höhenfeuer has much of the dramatic intensity of a Greek tragedy.

    Die Zuschauer im Kultur-Cafe spendeten dem filmischen Meisterwerk aus der Schweiz am Ende herzlichen Beifall.

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    Helmut Dietl

    By Dorothea Holloway | March 31, 2015

    Gestern nachmittag ist Helmut Dietl gestorben. Wir haben seine Filme so sehr geliebt. Einige Sätze aus KINO – German Film No: 46 aus dem Jahre 1992 von Ron Holloway:

    The moment Helmut Dietl’s Schtonk! hit the movie screens across Germany, it was already the country’s top media event as well as being an assured critical and commercial hit. A satire about the falsification of the Hitler Diaries, a publishing scandal that erupted in the offices of Stern magazine in April of 1983, it also scores as the funniest and most sophisticated comedy produced in Germany. […] A story with such recognizable roots in history comes along once in a blue moon: Germany wrestling gallantly with itself – and falling, with pomp and ceremony, into … SCHTONK!

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    Ehrenpreis für Kostümbildnerin Barbara Baum

    By Dorothea Holloway | March 27, 2015

    Wenn am 19. Juni in Berlin der Deutsche Filmpreis verliehen wird, erhält die Kostümbildnerin Barbara Baum einen Ehrenpreis. An mehr als 70 Filmen und TV-Produktionen hat Modedesignerin Barbara Baum mitgearbeitet: an Die Buddenbrooks, Homo Faber, Das Geisterhaus, Berlin Alexanderplatz.

    Einiges aus KINO – German Film, so zum Beispiel aus KINO No. 2 (Spring 1980) by Jay Scott:

    Fassbinder is currently at work on a monumental, 12-hour film chronicling the life in and around a German square; the movie is to be called Berlin Alexanderplatz; it could conceivably be shown at next year’s festival.

    And Ron Holloway also in KINO No. 2 :

    In the Spring of 1977 “Berlin Now” came to New York City. And a “Fassbinder-Festival” was presented. In the Sunday edition of the New York Times, Vincent Canby hailed Fassbinder as “the new Godard”.

    From KINO No: 3 (Summer 1980):

    Rainer Werner Fassbinder might tour for the rest of this decade through the hinterland of America with 16mm copies of his full-lenght, 13-hour adaptation of Alfred Döblin’s Berlin Alexanderplatz.

    KINO No: 5 (Autumn 1981):

    The London Film Festival (November 7-22 ), also under the aegis of Ken Wlashin, has […] two tv-productions: Rainer Werner Fassbinder’s Berlin Alexanderplatz, a 13-part, 16-hour “maybe”.

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    Filmfest Dresden zum 27. Mal

    By Dorothea Holloway | March 21, 2015

    Es ist zur schönen Gewohnheit geworden, dass sich das Animations- und Kurzspielfilmfestival Dresden, bevor es sich im April – 14. bis 19. 4. – im Freistaat Sachsen präsentiert, zu einer Preview an die Spree zu begeben.

    Die Berliner Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund ist dann knallvoll! Zu recht! In ausgesprochener herzlicher Atmosphäre gab uns die Festivalleiterin Katrin Küchler einen Eindruck von dem geplanten Festivalprogramm. Es begann mit dem beeindruckenden Trailer, den wir gleich zweimal sehen durften, dann kam eine fabelhafte Komödie, die einen der Preise – es gibt elf Goldene Reiter – wohl sicherlich gewinnen wird. Gespannt kann man vor allem sein auf das Sonderprogramm “Ohne Bild kein Ton”, dazu gehört auch eine Ausstellung.

    Gerade lese ich in Film & TV Kameramann, dass im Alexander Verlag, Berlin von Peter Rabenalt die Dramaturgie und Geschichte des Filmtons unter dem Titel Der Klang des Films heraus gekommen ist. Natürlich gibt es in Dresden auch Expertenrunden und Workshops, jedoch vor
    allem gibt es eine Meisterklasse des tschechischen Regisseurs Jiri Menzel; auch eine Retrospektive seiner frühen Kurzfilme ist in Dresden zu sehen. Mit welcher Vorfreude wären Ron und ich nach Dresden zu einem Wiedersehen mit Jiri Menzel gefahren.

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    Walentin Rasputin gestorben

    By Dorothea Holloway | March 17, 2015

    Der russische Schriftsteller Walentin Rasputin ist am 14. März, fast 78 Jahre alt in Moskau gestorben. Elem Klimow hat seinen Roman Abschied von Matjora (1976) verfilmt. Zu Glasnost-Zeiten 1987 konnte dieser Film auf der Berlinale gezeigt werden.

    1987 und 1989 hat Ron Holloway zwei Spezialhefte KINO – Soviet Cinema heraus gegeben:

    The above statements were the participants’ views on the broad question of “perestroyka” – or “constructive change” – in the cultural life of the Soviet Union today, keeping in mind that a range of questions were posed over the tow-hour press conference held at the Berlin Academy of Fine Arts, on the 6th of March 1987.

    Rasputin: I think the word “perestroyka” for you in the West is now as popular as “sputnik” once was, so we don’t really need to translate it at all. For my part, it’s unsettling that the term has become for many in our country a demagogic concept. As is often the case, the word is not being used to defend both a just and an unjust cause - simply by standing up and waving a flag with “perestroyka” – “constructive change” - on it. Essentially, fundamental change is something very good, but I would
    agree with Bulat Okudzhava that what’ lacking are people who are leaders, who are the personalities capaple of bringing about change by their actions. Ttere are just such people: not only in the filmmakers’ union, but also in our writers’ union. They only have to be found – and persuaded – to take up the task.

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