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  • Kinotournee Deutscher Kurzfilmpreis 2014

    By Doreen Butze | December 16, 2014

    Kurzfilme fristen oft ein Nieschendasein. Sie werden höchstens auf einschlägigen Festivals gezeigt, nur auf DVD veröffentlicht oder eher als Sprungbrett zum Langfilm gesehen. Dabei verdient dieses Genre definitiv mehr Aufmerksamkeit. Es gab immer schon sehr gute Shorts. In den letzten Jahren, so mein Eindruck, hat sich die Qualität noch einmal sehr verbessert, wie ich kürzlich wieder beim 30. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin, von Interfilm veranstaltet, erleben durfte.

    Am Dienstag, den 02.12., wurde in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund das Finale der Kinotournee der Preisträger und Nominierten des Deutschen Kurzfilmpreises 2014 gefeiert. Der Deutsche Kurzfilmpreis wird seit 1956 vergeben und ist die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für Kurzfilme. Die Kinotournee wird von der AG Kurzfilm in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband kommunale Filmarbeit koordiniert. Durch den Abend führte die Autorin, Dramaturgin und Kuratorin Cornelia Klauß.

    Auf dem Programm standen folgende Kurzfilme:

    Short Film (Regie, Schnitt: Olaf Held - Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme bis 7 Minuten)
    Sunny (Regie, Drehbuch: Barbara Ott - Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme von mehr als 7 bis 30 Minuten)
    Sonntag 3 (Regie, Buch, Kamera, Musik: Jochen Kuhn - Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Animationsfilme bis 30 Minuten)
    Grünes Gold (Regie, Animation: Barbara Marheineke - Nominierung für Spielfilme von mehr als 7 bis 30 Minuten)
    Nashorn im Galopp (Regie, Buch: Erik Schmitt - Nominierung für Spielfilme von mehr als 7 bis 30 Minuten)
    Father (Regie, Buch, Kamera: Moritz Mayerhofer, Ivan Bogdanov, Asparuh Petrov, Rositsa Raleva, Veljko Popovi, Dim Yagodin - Nominierung für Animationsfilme bis 30 Minuten)

    Alle gezeigten Shorts zeichneten sich durch innovative Ideen, interessante Geschichten und teilweise auch ungewöhnliche Visualisierungen aus.

    Besonders gut hat mir der Short Grünes Gold gefallen, der die manipulative Macht der Medien anhand einer fiktiven Berichterstattung zum Irakkrieg veranschaulicht.

    Insgesamt fand ich den Abend interessant, um ein wenig mehr in die Materie des Kurzfilms einzutauchen und um Institutionen und Menschen kennenzulernen, die sich mit dem Thema Kurzfilm näher beschäftigen. Ich wünsche mir, dass das Kurzfilmgenre wieder den Weg zurück in das reguläre Kinoprogramm, z. B. als Vorfilm, findet und so einem breiten Publikum vorgestellt werden kann. Denn Kurzfilme erzählen ebenso wie Langfilme spannende und unterhaltsame Geschichten, die den Zuschauer mitreißen und bereichern.

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    Ken Adam in der Kinemathek

    By Dorothea Holloway | December 15, 2014

    »Gentlemen, you can’t fight in here, this is the War Room!« Ken Adams Entwurf für Stanley Kubricks Dr. Strangelove, courtesy Deutsche Kinemathek

    »Gentlemen, you can’t fight in here, this is the War Room!« Ken Adams Entwurf für Stanley Kubricks Dr. Strangelove, courtesy Deutsche Kinemathek

    Film ist Bild, habe ich von Ron Holloway gelernt. Also achte ich immer ganz genau auf die Arbeit der Kameramänner; natürlich auch auf die der Regie. Und wie die Schauspieler dem Filmwerk dienen, kann ich auch beurteilen, ebenso ist ein stimmiges Drehbuch von Nöten.

    Aber erst, als ich in der Kinemathek das Lebenswerk des Setdesigners Ken Adam betrachten und vor allem e r l e b e n kann, ist mir klar geworden, wie wichtig die Bauten sind, die nach Skizzen von einem Meister wie Ken Adam entworfen worden. Ein Glück, der 93-jährige und seine Frau kamen nach Berlin und freuten sich über die gelungene Ausstellung BIGGER THAN LIFE. KEN ADAM’S FILM DESIGN. Das kostbare Archiv wird nun in Berlin aufbewahrt.

    Ich werde bestimmt noch mal die Kinemathek besuchen. Bis 17. Mai 2015 ist die Ausstellung geplant, um den abgedunkelten Raum zu besuchen, wo auf einer Leinwand Ken Adam bei der Arbeit zu sehen ist.

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    Niklas Schilling und seine Filme

    By Dorothea Holloway | December 11, 2014

    Ron hat die Schilling Filme geliebt. Er hat fast über alle geschrieben. So beginnt in KINOGerman Film No: 12 (1983) seine Besprechung zu Der Willi-Busch-Report:

    Niklaus Schilling is an AUTOR among AUTOREN in New German Cinema. He not only writes and directs his own productions, but he began his career as a cameraman for other German filmmakers, has an eye for the sets and even the costumes, and controls everything from start to finish via his own production company, Visual Film, in close association with wife-collaborator Elke Haltaufderheide – who often plays the lead role in their features! Vintage Schilling-Haltaufderheide include Nachtschatten (Night Shade) (1971), Die Vertreibung aus dem Paradies (Expelled from Paradise) (1976), and Rheingold (1977). Then came the honor of winning the prestigious Max Ophüls Prize at Saarbrücken and the German critics’ citation as “Film of the Year” for Der Willi-Busch-Report.

    1989 beginnt Ron Holloway in KINO No: 35 wie folgt über Niklaus Schillings Der Atem (The Spirit) zu schreiben:

    Niklaus Schilling – God bless him! – is still making films with an experimental verve and a creative vitality. Indeed, during his later period, when he generally abandoned narrative cinema for more challenging avant-garde techniques, he seems to anticipate where the media is eventually headed – towards a computerized blending of film, video, and hi-tech.

    Am Freitag, den 5. Dezember erhielt ich das Buch von Karl Prümm, Ein notorischer Grenzverletzer - Niklaus Schilling und seine Filme - am 6. Dezember abends hatte ich es durchgelesen.

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    Die Wolken von Sils Maria

    By Doreen Butze | December 9, 2014

    Juliette Binoche, courtesy Carole Bethuel

    Juliette Binoche, courtesy Carole Bethuel

    Regisseur Olivier Assayas bietet dem Zuschauer in Die Wolken von Sils Maria eine Analyse auf mehreren in sich durchdringenden Ebenen über das Älterwerden im Kulturbetrieb, besonders aus Sicht der Frauen heraus. Schon in Irma Vep (1996) Filme reflektierte er vielschichtig über Mechanismen in der Kreativwirtschaft, z.B. in der Filmproduktion.

    Die erfolgreiche französische Schauspielerin Marie Enders (Juliette Binoche) ist zusammen mit ihrer Assistentin Valentine (Kristen Stewart) unterwegs nach Zürich. Dort soll Maria stellvertretend für den befreundeten Schriftsteller Wilhelm Melchior einen Preis entgegen nehmen. Bevor sie jedoch am Ziel der Reise ankommen, erfahren sie, dass Melchior plötzlich verstorben ist. Bei der Preisverleihung lernt Maria den deutschen Regisseur Klaus Diesterweg (Lars Eidinger) kennen, der Melchiors Theaterstück Maloja Snake neu inszenieren will. Darin geht es um die spannungsgeladenen Beziehung zwischen der Geschäftsfrau Helena und der jungen Angestellten Sigrid. Als 18jährige hatte Maria mit diesem Stück ihren Durchbruch. Nun soll sie die Rolle der Helena übernehmen. Für die Rolle der Sigrid ist der Hollywood Shootingstar Jo-Ann Ellis (Chloë Grace Moretz) vorgesehen. Maria gerät mehr und mehr ins Grübeln über ihre Rolle und auch über sich selbst. In Melchiors Haus, das abgeschieden im Engadin liegt, beginnt sie sich das Stück neu zu erarbeiten…
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    Ehrenpreis für Geißendörfer

    By Dorothea Holloway | December 8, 2014

    Mit dem Ehrenpreis des Max-Ophüls-Filmfestivals wird Hans W.Geißendörfer am 19. Januar 2015 in Saarbrücken ausgezeichnet.

    Geißendörfer hat sich wahrlich um den deutschen Film verdient gemacht: Mitbegründer des Filmverlags der Autoren, verantwortlich besonders für Filme von Nachwuchsregisseuren, und die “Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion” hat seit 1985 mehr als 1500 Folgen der Erfolgsserie Lindenstraße geschaffen. Das soll erst mal einer nach machen!

    In KINO No:11 vom Sommer 1983 ist ein Interview abgedruckt, das Ronald Holloway mit Hans W. Geißendörfer machte:

    Frage Holloway: And you’ve been rumored to film B. Traven. At least, you wrote an article about visiting Mexico in regard to filming four of the six novels in the Jungle Series. Why Traven?
    Answer Geißendörfer: The Rebellion of the Hanged was one of my favorite books as a kid.

    Ebenfalls in KINO No: 11 schreibt Eric Rentschler: Hans W. Geissendörfer: From Genre Films to The Magic Mountain. In den KINO Heften No: 35, 46 und 52 wird über Geißendörfer berichtet. Zitat aus KINO 35 (1989) aus einer Besprechung zu Bumerang – Bumerang von Geißendörfer:

    Casting appears to be an indispensable plus in Geissendörfer’s films, the successful producer of Germany’s beloved long-running TV-series Lindenstraße. He has confirmed how much he enjoys discovering new talent, a factor that has led directly to the longevity of Lindenstraße (in collaboration with casting wizard Horst D. Scheel ) and to the youthful magnetism in Bumerang – Bumerang, the newcomers here being Katja Studt (Evi), Jürgen Vogel (Pit), and Jan Plewka (Bond).

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    Zu Gast im filmkunst 66

    By Dorothea Holloway | December 5, 2014

    Von Zeit zu Zeit laden Tanja Ziegler und Regina Ziegler Filmfreunde zu einem geselligen, heiteren Treffen ins Kino filmkunst 66 ein.

    Am 2. Dezember gab es in Anwesenheit von Rosa von Praunheim (Buch, Regie, Kamera) Die Berliner Bettwurst und aus der Reihe EROTIC TALES Can I Be Your Bratwurst, Please? Die Praunheim-Fans und die Ziegler Film-Fans (Produktion) waren zahlreich erschienen. Die Stimmung war heiter und Rosa verteilte eigene Gedichte. Ich hatte KINO-Hefte dabei, in denen Ron und ich über Praunheim-Filme berichtet haben: KINO No: 2 (Spring 1980), KINO No: 37 (1990), KINO No: 50 (1993). Zur Ziegler-Film-Weihnachtsfeier am 12. Dezember bin ich eingeladen. Könnte Ron doch auch dabei sein!

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    Jedermann in 3sat

    By Dorothea Holloway | December 2, 2014

    Der Drei-Länder-Sender 3sat – Deutschland, Österreich und die Schweiz – startete am 1. Dezember 1984; und das wird jetzt gefeiert: 30 Jahre 3sat!

    Das Geburtstagsprogramm präsentierte am 29. November zum Thema “Bühnenwelten”
    hervorragende Dokumentationen, Filme, Konzert- und Bühnenaufführungen. Da ich selber im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal die Buhlschaft gespielt habe, sah ich mir in 3sat den Jedermann an. Es war ein Erlebnis, ganz grandios. So beeindruckt von dem Bühnenbild – einer Treppe –,die so erstaunlich und phantasievoll “bespielt wurde”, war ich nur ganz selten in meinem Leben. Bravo! Dazu die faszinierenden Schauspieler, alles stimmte: der Rythmus, die Pantomine, die Masken, die Musik, die Kostüme – alles in der Regie von Julian Crouch und Brian Mertes!

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    Talk mit Jörg Thadeusz

    By Dorothea Holloway | November 28, 2014

    Beim RBB gibt es eine Sendung, der ich besonders gerne zuhöre, die ich möglichst nie versäume – THADEUSZ. Jörg Thadeusz unterhält sich mit einem Gast, dem man gerne zuhört und am liebsten mehr als 30 Minuten.

    Am 25. November hätte ich dem Gespräch zwischen Jörg Thadeusz und seinem Gast, dem Filmemacher Andreas Dresen, einen ganzen Abend lauschen können. Da hatten sich zwei gesucht und gefunden! Thadeusz, wie immer fabelhaft vorbereitet und Dresen so aufgeschlossen, munter so heiter. Und dann wurde der Abend gar noch “gekrönt”: Von Andreas Dresen kam der Dokumentarfilm Herr Wichmann aus der dritten Reihe (2012).

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    Das Zeugenhaus im ZDF

    By Dorothea Holloway | November 25, 2014

    Täter. Opfer. Zeugen. Nachbarn. So wurde gestern das Gesellschaftsdrama, Regie Matti Geschonneck, angekündigt. Nicht einfach, und kann doch alles sein, ein Zeugenhaus, in dem wir alle leben: mal als Unschuldige, mal als Schuldige.

    Jedenfalls waren die Schauspieler so intensiv und fabelhaft, dass die etwas bizarre Geschichte von Anfang bis Ende fesselte, an der Kamera die Meisterin Judith Kaufmann. Die anschließende Dokumentation berichtet folgendes: Nach dem 2. Weltkrieg im Herbst 1945 war es eine Idee der US-Justiz, Täter auf Opfer treffen zu lassen, sogar unter einem Dach leben zu lassen – in einem “Zeugenhaus”. Es gibt historische Vorlagen, u. a. Erinnerungen von Ingeborg Kalnoky. Da die Idee aus den USA kam – Ron und ich hätten lange Gespräche gehabt.

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    Un Certain Regard

    By Dorothea Holloway | November 24, 2014

    Kristofer Hivju und Johannes Bah Kuhnke in »Höhere Gewalt«, courtesy Alamode Filmverleih

    Kristofer Hivju und Johannes Bah Kuhnke in »Höhere Gewalt«, courtesy Alamode Filmverleih

    Oft finde ich in der Sektion Un certain Regard, einer Nebenreihe des Cannes Filmfestivals, meinen “Lieblingsfilm”. Dieses Jahr war es Höhere Gewalt (Force Majeure, Turist) des Schweden Ruben Östlund, Regie, Buch, Montage.

    Eine im wahrsten Sinne des Wortes ganz normale Familie – Vater, Mutter, Tochter, Sohn – gönnt sich in den französischen Alpen ein paar Tage Urlaub. Auf der Aussichtsterrasse mit Blick auf die schneebedeckten Berge kann man wunderbar essen. Da löst sich eine Lawine und rast zu Tal und scheint die Gäste auf der Terrasse zu überrollen. Die Kamera von Fredrik Wenzel ist atemberaubend. Es stellt sich heraus, dass sich die Mutter um die Kinder kümmerte, während Vater Thomas sich erstmal selber in Sicherheit brachte. Mit welcher Intensität und tiefer Verzweiflung Johannes Kuhnke nun den “feigen” Familienvater zu gestalten weiß, macht es völlig klar, dass Turist als schwedischer Oscar-Beitrag eingereicht wurde. Ruben Östlund kann so genau und unbarmherzig Menschen und ihre Handlungen schildern, dass man erschrecken muss.

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