FOCUS: Schiller Lesungen in Mazedonien und UngarnEs war selbstverständlich, daß eine Schiller-Lesung im Schiller-Jahr beim Sommer Festival in Ohrid Ende August stattfinden sollte. Ein »Deutscher Tag« wurde sowieso geplant. Und im vorigen April hatte Volker Marwitz, der Leiter des Belgrader Goethe-Instituts, eine aufregende Schiller-Lesung von Dorothea Moritz mit musikalischer Begleitung in Belgrad beigewohnt und unterstützt jetzt ihren Auftritt in Mazedonien. Um Mitternacht in der phantastisch ausgemalten Sankt Sophia Kirche (gebaut im 9. Jahrhundert) wurde vom Programmleiter des Sommer Festivals Ohrid, Ilko Stefanovski, ein »Schiller Monodrama« organisiert. Dorothea Moritz las Schiller-Balladen, die simultan in mazedonisch auf eine Leinwand &rquo;gebeamt« wurden. Die Akustik in der Sankt Sophia Kirche in Ohrid war märchenhaft, die richtige Atmosphäre für Schillers Balladen. Anwesend in Ohrid waren u.a. Volker Marwitz vom Goethe-Institut Belgrad und Matthias Vollert, der Kulturattache bei der deutschen Botschaft in Skopje, der danach Dorothea Moritz einlud, in Skopje in der Nationalbibliothek gemeinsam mit dem Trio »Ars Nova« (Ana Stojanova, Violincello, Julija Nelkovska und Goce Vangelovski, Violine) einen Schiller-Abend zu gestalten. Der fand am 26. September statt. Die Germanistik Studenten und Schüler saßen auf den Treppen, so voll war es geworden. Für das Trio und die Leserin gab es enthusiastischen Applaus. Vorher hatte Botschafter Ralf Breth darauf hingewiesen, daß die Schiller-Lesung zum »Europäischen Tag der Sprachen« organisiert worden war. Germanistik Professor Peter Rau sprach einführende Worte. Nach der Lesung plauderte man noch bei einem Glas Wein. Zum Schluß las Dorothea Moritz als Zugabe für das freundliche Publikum Schillers »Die Bürgschaft«. Eine Woche später wurde Dorothea Moritz gefragt, ob sie eine Schiller Lesung in Ungarn gestalten könnte während des 1. Internationalen Festivals »Film Celebration« in Pecs. (Das Filmfestival für Filme aus Zentraleuropa war ein voller Erfolg.) Angeregt von Programmleiter György Karpati las sie im Nikolaus-Lenau Haus Schillers Balladen und erzählte aus dem Leben des großen deutschen Dichters. Zwischen den Texten musizierte der junge hochbegabte Flötist Krisztian Omböli. Studenten und Vertreter der deutschen Minderheit blieben noch nach der Lesung, um über das Schiller-Jahr und die Schiller-Veröffentlichungen plaudern zu können. Vielleicht wird Dorothea Moritz Ende Oktober in Tokio Schiller lesen. Gemeinsam mit ihrem Mann Ronald Holloway, der Mitglied der Internationale Filmfestival Jury ist, wurde sie nach Tokio eingeladen.
Ron Holloway
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