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Festival des Neuen Deutschen Films in Skopje, Mazedonien

Das erste Festival des Neuen Deutschen Films in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, von 1. bis 7. September 2005, war ein schöner Erfolg, freut sich Matthias Vollert, Kulturattaché bei der Deutschen Botschaft in Skopje. Botschafter Ralf Breth begrüßte zur Eröffnung die zahlreich erschienenen Gäste im ansprechenden Kino »Frosina« — so heißt ein Klassiker des mazedonischen Kinos. Ralf Breth bedankte sich vor allem bei Blagoja Kunewski, Programmleiter des »Manaki Brüder« Film Kamera Festivals in Bitola, der die Filme ausgewählt hatte, zusammen mit dem Goethe-Institut Belgrad, und bei dem generösen Hauptunterstützer der ProCredit Bank in Mazedonien.

Die acht Abendvorstellungen mit so hervorragenden Streifen wie Die fetten Jahre sind vorbei von Hans Weingartner, Good Bye Lenin! von Wolfgang Becker, Nirgendwo in Afrika von Caroline Link und Lichter von Hans Christian Schmid waren jedesmal knallvoll. Mit solch einem Zuspruch hatte keiner gerechnet. Alle Filme liefen in der Originalsprache — zum Teil mit englischen Untertiteln, glänzend übersetzt, einwandfrei computergesteuert. Auch Kurzfilme waren dabei, besonders bejubelt wurde der mit dem Oscar ausgezeichnete Schwarzfahrer von Pepe Danquart. Vom Berlinale Talent Campus, der bereits zum Cinefan Filmfestival in Neu Delhi eingeladen wurde, kamen 26 Kurzfilme über die »Passion Fußball«.

Daß so ein ehrlicher, kritischer Film von jungen Menschen für junge Menschen wie Kroko von Sylke Enders ins Programm genommen wurde, ist besonders hervorzuheben. Und der älteste Film im Programm war vielleicht der schönste: die Verfilmung von Erich Kästners Emil und die Detektive (1955) des Meisterregisseurs R.A. Stemmle, Buch Billy Wilder. Selten kann man ein Berlin der Nachkriegszeit so eindrucksvoll erleben.

Fast waren die deutschen Filme in Skopje »Stadtgespräch«. Die Zeitungen berichteten ausführlich, das Fernsehen lud Matthias Vollert und deutsche Gäste zum Live-Interview und bei der Panel-Diskussion baten mazedonische Cineasten, man möge weiterhin deutsche Filmfestivals organisieren. Auf jeden Fall werden die Spielfilme nicht sofort wieder Mazedonien verlassen, sondern auch in Bitola und Kumanovo gezeigt werden.

Ron & Dorothea Holloway